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Pädagogische Grundlagen

 
     
 

Ziele
 
Entsprechend den Erziehungs- und Lebensbedingungen der einzelnen Familie wird im stationären Bereich die Rückführung in die Familie oder die gemeinsame Entwicklung einer längerfristigen Lebensperspektive für das Kind angestrebt.

Dabei richtet sich die Erziehungsarbeit nach den im Hilfeplan gemäß  36 KJHG zwischen den Sorgeberechtigten, dem betroffenem Kind/Jugendlichen, dem Jugendamt und dem Kinderheim vereinbarten Zielsetzungen.

Ziele für das Kind können sein:

- Erreichen von emotionaler  Sicherheit und Stabilität
- Aufbau tragfähiger Beziehungen
- Positives Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein
- Angemessene Affektkontrolle
- Realistische Selbsteinschätzung
- Entwicklung eines eigenständigen, gesellschaftsverträglichen Wertesystems
- Positive Einstellung zur Einrichtung

Förderung sozialer Kompetenzen

- Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
- angemessene Konfliktlösungsmöglichkeiten
- Akzeptanz  von Werten und Regeln der Gemeinschaft
- Toleranz und Fähigkeit zu konstruktiver Kritik
- Positive Einstellung zur Gemeinschaft und Fähigkeit zu sozialer  Verantwortung
 
Eigenverantwortliche Selbständigkeit und Lebenstüchtigkeit

- Bewußter Umgang mit dem eigenen Körper
- Förderung vorhandener Stärken und Ausgleich von Defiziten
- Lebenspraktisches Können und Wissen
- Angemessene Orientierung in der Umwelt
- Erreichen einer angemessenen Schul- und Berufsausbildung
- Fähigkeit zu sinnvoller Freizeitgestaltung

 

Grundlagen und Formen der pädagogischen Arbeit
 

Nach den Grundsätzen der Heilpädagogik versuchen wir, im erzieherischen Alltag folgende Aufgaben zu verwirklichen:

- Gestaltung eines fördernden Milieus, in dem sich die Kinder angenommen und sicher fühlen sowie entsprechende Entwicklungsanregungen erhalten.
- Heilpädagogische Beziehungsgestaltung als sichere Basis für eine positive Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.
- Arbeit mit den Stärken und Ressourcen der Kinder und Familien.

Neben dem heilpädagogischen Ansatz bilden die Einsichten und Erkenntnisse der Bindungstheorie (eine ausführliche Darstellung des Konzeptes s. Spangler, G. und Zimmermann, P., (Hrsg.). Bindungstheorie. Grundlagen, Forschung und Anwendung. Stuttgart: Klett-Cotta. 1995.) die theoretische Grundlage des pädagogischen Handelns.

Die Bindungstheorie beschreibt die angeborene Tendenz des Menschen, innige Gefühlsbande zu spezifischen Personen seiner Umgebung auszubilden sowie die individuellen und sozialen Grundlagen dieser Beziehungen und deren Konsequenzen für die weitere Entwicklung.

Im Wissen um die Erkenntnisse der Bindungstheorie bemühen wir uns im pädagogischen Handeln folgende Bedingungen zu schaffen:

- Die Vermittlung von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Akzeptanz als Grundlage entwicklungsfördernder Lebensgestaltung
- Bezugsperson für jedes Kind während der Verweildauer im Heim
- Wissen und Akzeptanz, daß das Kind die Mitarbeiter aus dem Blickwinkel seiner früheren Erfahrungen sieht
- Akzeptanz der Eltern und Einsicht über deren Bedeutung für die Kinder
- Förderung des Aufbaus neuer Beziehungen der Kinder